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Idyllische Pfade durchs Murmelbachtal

6,48 Kilometer

1 Stunden und 48 Minuten

↗ 110 m ↘ 110 m

ÖPNV: Wuppertal Barmen – Toelleturm (640)

PKW: Parken rund um den Toelleturm

Zusammenfassung der Wanderung


  • Schwierigkeitsgrad: Einfach
  • Typ: Rundwanderung
  • Highlights: Murmelbach, Toelleturm, Kaiser-Wilhelm-Höhe, Vorwerk-Park
  • Einkehrmöglichkeiten: Cremé-Eis
  • Verpflegung: Rucksackverpflegung (Wasser und Snack)
  • Kurzbeschreibung: Vom Toelleturm geht es über eine breite Allee in den Wald und kurze Zeit später hinab zum Murmelbach. Dieser wird überquert und auf der anderen Seite geht es über einen leichten Anstieg und breite Wege bis zu Kaiser-Wilhem-Höhe. Hier bietet sich ein weiter Blick. Parallel zum Hinweg geht es nun zurück und flussaufwärts entlang des wunderschönen Murmelbachs. Durch den Vorwerk-Park schließt die Runde dann ab und der Startpunkt ist wieder erreich.

Komoot Wanderdetails


Beschreibung der Wanderung durchs Murmelbachtal

Es gibt so viele Gebiete zu entdecken in Wuppertal. Un viele habe ich schon mehrfach erkundet. Rund um den Toelleturm war ich schon recht häufig – schnell ein paar Kugeln von Cremé-Eis auf die Hand (bzw. in die Waffel oder den Becher) und dann ein bisschen die Beine vertreten und die Atmosphäre im Wald aufsagen. Aber bisher bin ich nur so weit gekommen, wie mein Eis gereicht hat. Deshalb erstreck sich mein Erkundungsradius bisher auf drei Kugeln. Das hat immerhin schon mal bis in den Vorwerk-Park gereicht.

Wie ich bei dieser Wanderung herausgefunden habe, sollte man seinen Horizont über den Eis-Radius erweitern. Und das hat sich wahrhaftig gelohnt. Nachdem ich einen Corona-freien Nachmittag für die ersten weitläufigeren Erkundungen des Gebietes genutzt habe, mache ich mich an diesem Morgen mit Cora und unserem Gelenheitsgast Snooker, einem Border-Collie auf dem Weg.

Erkundung des Barmer Waldes

Ein sonniger Frühlingstag im Spät-März erwartet uns und die wärmenden Sonnenstrahlen tuen sehr gut. Auf breiten Pfaden starten wir den Barmer Wald von unserem Ausgangspunkt am Toelleturm. Der sogenannte Höhen-Weg führt uns über eine breite Allee gemütlich voran. Die Blicke schweifen links und rechts – es gibt kleine Lichtungen und große Grundstücke mit schönen Häusern zu entdecken. Zu einem Grundstück gehört sogar ein Stück Wald. Nicht schlecht.

Langsam geht es hinab und wir stoßen zum ersten Mal auf den Murmelbach. In der morgendlichen Stille ist das murmeln des Baches gut zu hören und wird dabei sogar noch von munterem Vogelgezwitscher untermalt. Auf einem umgekippten Baumstamm können wir diese Idylle wahrlich genießen. Ein perfekter Ort für eine kleine Pause und das zweite Frühstück.

Munter murmelt der Murmelbach

Der Murmelbach ist 3,6 Kilometer lang und vom untersten Stauteich bis zur Quelle als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Über die Funktion und Besonderheiten des Gebietes informieren auch vier Schilder, die an verschiedenen Stellen entlang des Flusses verteilt sind. Der Murmelbach wird auch Marper Bach, nach der ehemaligen Hofschaft an der er entspringt, genannt.

Aufgewärmt von den Sonnenstrahlen überqueren wir bald den Bach und steigen auf der anderen Seite einige Höhenmeter auf. Dort führt der Weg oberhalb des ehemaligen Pilgerheims entlang. Kurz streifen das Siedungsgebiet Konradswüste und queren eine Straße, nur um danach wieder in den Wald einzutauchen. Hier erleben wir ein Déjà-vu, denn die Allee, die uns jetzt Willkommen heißt, hat schon deutliche Ähnlichkeiten mit unserem Start.

Weg zur Kaiser-Wilhelm-Höhe

Aussicht von der Kaiser-Wilhelm-Höhe

Schnurstracks führt uns der Waldweg zur Spitze, der sogenannten Kaiser-Wilhelm-Höhe. Der eigentliche Name dieses Bergrückens lautet Norrenberg und der Aussichtspunkt Deisemannskopf. Egal, wie dieser Ort jetzt heißt – die Aussicht auf den Wuppertaler Osten ist auf jeden Fall schwer in Ordnung.

Ausblick auf den Wuppertaler Osten

Snooker hat dagegen eher seinen Stock im Fokus und freut sich, dass er auch mal einen Moment Pause hat.

Snooker genießt die Pause

Das haben natürlich auch schon andere gedacht und so ist es sicherlich kein Wunder, dass es auch Pläne für einen Aussichtsturm gab. Die Historie ließt sich dann allerdings eher wie Pleiten, Pech und Pannen:

  • 1886: Erster Vorschlag zum bei eines Aussichtsturms konnte auf Grund Geldmangel nicht realisiert werden. Der Barmer Verschönerungsverein war in dieser Zeit auf Suche nach einem Standort für einen „Barmer Aussichtsturm“. So errichtete der Verein an dieser Stelle einen Behelfsturm aus Holz, entschied sich aber schon kurzer Zeit später, dass der Standort doch nicht der Beste zu sein schein und favorisierte dann den Toelleturm, der 1888 zu Ende gebaut wurde.
  • 1890: Die Stadt erwarb das Gelände und nannte den Deisemannskopf in Kaiser-Wilhelm-Höhe um. Welch patriotischer Akt. Auch die Stadt versuchte sich an einem hölzernen Turm, der sogar fertiggestellt wurde. Leider hielt der Turm dem ersten Winter nicht stand. Der zweite Versuch sah einen massiveren Turm vor – der allerdings auch zu teuer war und nicht errichtet wurde.
  • 1896: Durch die Errichtung der Barmer Stadthalle (im 2. Weltkrieg zerstört) wurde der überflüssig gewordene Musiktempel aus den Barmer Anlagen auf die Kaiser-Wilhelm-Höhe verlagert. Hierzu wurde ein neues Gebäude errichtet.
  • 1897: Das Gebäude wurde durch Vandalisum (das ist also kein Phänomen der Neuzeit) beschädigt und musste renoviert werden.
  • 1898: Im Rahmen der Renovierung wurde dort ein Ausschank für Bier und andere Erfrischungsgetränke (wie cool wäre das denn heutzutage) eröffnet.
  • 1901: Der Ausschank lief wohl recht erfolgreich, denn über das eingenommene Geld konnte ein neuer Musiktempel errichtet werden, welche bis in die 30er Jahre existierte.

So viel Historie und Geschichte an einer Stelle. Aber wenn wir uns die Aussicht so angucken, können wir den Wunsch an dieser Stelle etwas zu errichten schon verstehen.

Wir dagegen machen uns so langsam auf den Rückweg und folgen den Weg hinab ins Murmelbachtal. Der Bach wurde hier renaturiert und aus seinen künstlich angelegten Stauteichen befreit. Dieser Teil ist richtig beschaulich und es macht Spaß dem Bach dabei zuzusehen, wie er sich seinen Weg zwischen den Pflanzen und Begrenzungen hindurch bahnt.

Snooker dagegen möchte viel lieber verstecken spielen.

Snooker versteckt sich im Laub

Flora im Murmelbachtal

Besonders schön zu sehen ist hier auch die Erlengallerie. Sehr feuchten Standorten direkt am Wasser sind relativ nährstoffarm. Da die Wurzelknöllchen der Erlen den Stickstoff besonders gut binden und umwandeln können, haben sie hier einen Standortvorteil und können dort wachsen. Außerdem schützen die Wurzeln der Erle auch das Erdreich gegen Ausspülung und auch die Laubbläter bieten der heimischen Tierwelt (u.a. Schmetterlingen) Nahrung und Unterschlupf. Was ein einzelner Baum doch für eine Funktion und Rolle im Ökosystem spielen kann.

Erlengallerie am Murmelbach

Lamas und Alpakas nahe des Vorwerk-Parks

Ein Stückchen weiter bachaufwärts stoßen wir dann doch noch auf einige der alten Stauteiche, die sehr schön anzusehen sind und den Beginn des Vorwerk-Parks markieren, der besonders für seine vielen Rhododendronarten bekannt ist. Kurz bevor wir den oberen Teil mit seinem Obstgarten erreiche, erblicken wir einige Alpakas und Lamas. So oft bekommt man diese Tiere hier natürlich nicht zu sehen, deshalb nutzen wir die Sonne und betrachten die zu den Kamelen gehörenden Tiere. Natürlich im Sicherheitsabstand – nicht, dass einem Lama doch nach spucken zumute ist.

Wir genießen die Zeit und den Anblick und uns kommt der Gedanke, wie wir wohl diese Runde als Tourist in einer anderen Region wahrnehmen würden. Ich glaube, wir wären sehr angetan und denken – wow, wäre schon cool, wenn man solche Wege direkt vor der Haustür hat. So viel Abwechslung, so schöne Wälder und viele Wege für sich alleine. Warum nimmt man dies so selten war? Warum träumt man sich immer wo anders hin? Hier ist es doch sehr schön. Und wir müssen einfach nur mit offenen Augen durchs Leben laufen.

Und so machen wir uns auch wieder auf den Weg, durchqueren den Vorwerkpark und erreichen unseren Ausgangspunkt. Leider gibt es heute kein Eis – das wird auf Grund der Vorkehrung zu Corona auch noch einige Zeit so bleiben. Wir wissen nur eins – sobald wir hier wieder ein Eis essen können, werden wir die Runde noch einmal machen. Entweder mit zehn Kugeln – oder fünf am Anfang und fünf am Ende. Den nur so erweiterst du deinen Eis-Radius.

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4 Comments
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[…] für einen gemütlichen Spaziergang. Unter anderem vom Toelleturm lässt sich hier eine schöne Runde […]

Nici
6 Monate zuvor

Schlecht beschrieben, Weg verloren, dann irgendwann durch Zufall wieder auf Weg…..
Trotzdem guter Tipp:Toelleturm und Murmelbachtal!

[…] und das Murmelbachtal lädt förmlich zum entdecken ein. Schau doch gerne mal bei der der Wanderung Idyllische Pfade durchs Murmelbachtal […]