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Nachtwanderung – von der Müngstener Brücke nach Wuppertal

12,6 Kilometer

3 Stunden und 38 Minuten

3,5 km/h

↗ 350 m ↘ 230 m

Niedrigster Punkt: 120 m

Höchster Punkt: 330 m

Anreise ÖPNV: S7, Wuppertal Hbf – Solingen-Schaberg

Rückreise ÖPNV: 615, 625 – Wuppertal Görresweg – Wuppertal Hbf

Zusammenfassung der Wanderung


Wir starten am Wuppertaler Hbf und fahren mit der S7 auf der idyllischen Strecke in Richtung Solingen und überqueren dabei kurz vor dem Ausstieg die monumentale Müngstener Brücke. Vom Müngstener Brückenpark, dem tiefsten Punkt des gesamten Wuppertal, geht es dann entlang des Morsbachs bis ins Gelpetal. Dort geht es entlang der Gelpe und Zeitgeschichte in Form von Hämmern und Kotten dem Flusslauf hinauf, bis wir das Tal verlassen und in Richtung Cronenberg hinaufsteigen.


„Die Müngstener Brücke (ehemals Kaiser-Wilhelm-Brücke) ist die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands. Sie überspannt zwischen den Städten Remscheid und Solingen in 107 Metern Höhe das Tal der Wupper in unmittelbarer Nähe des Haltepunkts Solingen-Schaberg.

Die stählerne Bogenbrücke ist Teil der Bahnstrecke Wuppertal-Oberbarmen–Solingen. Diese wird im Regelbetrieb von der S-Bahn-Linie S 7 der S-Bahn Rhein-Ruhr, genannt Der Müngstener (KBS 458), befahren. Mangels Elektrifizierung werden dabei Dieseltriebwagen eingesetzt.

Bis zum Ende der Monarchie im Jahre 1918 trug das Bauwerk den Namen Kaiser-Wilhelm-Brücke, zu Ehren Kaiser Wilhelms I. Danach wurde die Brücke nach der nahegelegenen Siedlung Müngsten benannt, die heute wüst liegt (Müngstener Brücke).“

  • Schwierigkeitsgrad: Mittel
  • Typ: Streckenwanderung
  • Highlights: Fahrt über die Müngstener Brücke, Rutsche, Müngstener Brückenpark, Morsbach, Gelpe, Hämmer und Kotten
  • Einkehrmöglichkeiten: Haus Müngsten, Truckstop, Mad Dog, Gelper Hof

Komoot Wanderdetails


Beschreibung der Wanderung

Was kann man tun, wenn es tagsüber zu warm ist zum wandern? Einfach den Start der Wanderung auf die Abendstunden verschieben. Während unsere bisherigen Wanderungen immer in den Morgenstunden stattgefunden hatten, wanderten wir diesmal in den Abend und entdeckten dabei, dass nicht nur die Morgenstund Gold im Mund hat.

Das erste Highlight erwartete unsere Wandergruppe schon kurz vor dem Zielbahnhof Solingen-Schaberg. Vom Wuppertaler Hbf waren wir mit der S7 entlang der idyllischen Strecke über Lüttringhausen, Lennep und Remscheid unterwegs und staunten nicht schlecht, als der Zug dann endlich die Müngstener Brücke erreichte. Links und rechts der Fensterscheiben eröffneten sich tolle Blicke auf die von Wupper und Morsbach geschaffenen Täler uns ein erster Ausblick auf unsere Strecke und die durchaus beachtlichen Höhenunterschiede zwischen den Tälern und den Höhenzügen.

Die Müngstener Brücke wurde 1897 nach nur drei Jahren Bauzeit eröffnet und ist bis heute die höchste Eisenbahnbrücke in Deutschland. Ganze 107 Meter über der Wupper verkehren hier die Züge zwischen Wuppertal und Solingen. Während die Brücke bis zum Ende der Monarchie 1918 Kaiser-Wilhelm-Brücke, wurde sie danach nach der nahe gelegenen und heute aufgegebenen Siedlung Müngsten benannt. Versetzt man sich in die Menschen der damaligen Zeit hinein und führt sich den Kontrast von Technik und dem Bau eines solchen Wunderwerkes und dem damaligen ländlichen Leben vor Augen, ist es nicht verwunderlich, dass mit dem Bau und der Brücke einige Mythen entstanden sind. So machte lange Zeit der goldene Niet die Runde, welcher als letztes eingeschlagen wurde. Dieser wurde allerdings nie gefunden.Vielleicht auch besser, den ansonsten hätte die Brücke bestimmt nicht so lange gestanden. Doch auch eine Brücke kommt irgendwann in die Jahre und so musste sie auf Grund Rost und sonstigen Zustandsmängeln Ende 2010 bis 2015 immer wieder gesperrt werden. Mittlerweile ist die Strecke wieder komplett für den Bahnverkehr freigegeben.

Aber genug über die Brücke. Vom Bahnhof geht es recht schnell in den Wald, wo ein interessante und abwechslungsreicher Abstieg auf uns wartete. Dieser bestand aus einer Rutsche (was ein Beginn) und einem Kletter- und Seilparcour, der den Weg in ein Abenteuer verwandelte.

Nach Rutschen und Klettern erreichten wir dann den Müngstener Brückenpark. Dieser entstand im Rahmen der Regionale 2006 (Strukturförderprogramm NRW) und bietet einen schönen Park mit Auenlandschaft, einer Schwebefähre und themenspezifische Rätsel entlang des Weges. Für uns und war es eine willkommene Möglichkeit mit einem kühlen Getränk in der Hand den Blick auf die Brücke zu genießen und für Snooker sich in der Wupper abzukühlen.

Nachdem Eva hier zu uns gestoßen ist, starteten wir nun mit dem richtigen Teil der Wanderung die uns nach einigen Metern über die Napoleonsbrücke führt. Hier, am tiefsten Punkt Wuppertal (101 Meter) fließt Morsbach in die Wupper. Dort führte lange Zeit eine Holzbrücke über die Wupper, welche allerdings des öfteren durch Hochwasser zerstört wurde. Erst 1849 wurde eine Bogenbrücke und damit das fehlende Puzzlestück zur Straßenverbindung zwischen Remscheid und Solingen errichtet und wurde bis 1963 vom Durchgangsverkehr genutzt. Der Herkunft des Namens ist ungeklärt, aber vermutlich nicht zeitgenössisch. Außerdem hat man von hier einen guten Blick auf den Diederichstempel, der 1901 errichtet wurde.

Nachdem wir bisher erst knapp einen Kilometer gekommen sind, starten wir richtig durch und machen uns auf den Weg in den Wald. Mit der Sonne im Rücken und fröhlich schwatzend geht es für uns mal bergauf, mal bergab, aber immer wieder mit der Möglichkeit, nette und abgelegene Örtchen zu entdecken. Der Weg führte uns entlang des Morsbachs. Der Morsbach ist ein 15 Kilometer lange Fluss und einer von 42 Zuflüssen in die Wupper. Aber er ist nicht nur einer von 42, sondern der längste und wasserreichste der Wupperzuflüsse, was dafür gesorgt hat, dass sich viele Hämmer und Kotten entlang des Morsbach finden lassen.

Alter Kotten an der Bärenkuhle

Während die Sonne als nach und nach in Richtung Westen und Horizont wanderte, bewegten wir uns Flussaufwärts durch abgelegene Ortsschaften und entdeckten immer wieder spannende Dinge entlang des Weges. Gartenzwergsammlungen, alte Höfe, Steinliegen und viele Dinge die einem zum schmunzeln bringen.

Aber auch auf Tiere sind wir gestoßen. Durch unsere Gruppe angelockt, machten sich einige Ziegen auf, aus ihrem Stall auszubrechen und bei den Besitzern für etwas Aufruhr zu sorgen. Kein Wunder, wenn die guten Pflanzen angeknabbert werden.

Um uns wurde es dunkler und wir näherten uns mittlerweile dem Gelpetal. Auch hier führt der Weg entlang viele Hämmer und Kotten, welche in längst vergessenen Zeiten durch die Wasserkraft der Gelpe angetrieben wurden. Während das Licht mehr und mehr verschwand mussten wir noch den letzten Anstieg nach Küllenhahn absolvieren und erreichten sozusagen mit Einbruch der Dunkelheit unser Ziel, Truckstopp. Bei einem wohlverdienten Bierchen ließen wir dann noch den Abend ausklingen und darüber philosophieren, wie viel sich doch noch so an einem Abend, auch wenn wir erst um 18 Uhr gestartet sind, machen lässt.

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