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Wandernd ins neue Jahr – im Zeichen der Düssel

10,8 Kilometer

2 Stunde und 38 Minuten

4,1 km/h

↗ 200 m ↘ 200 m

Niedrigster Punkt: 200 m

Höchster Punkt: 290 m

An-/ Abreise ÖPNV:

Wuppertal Hbf – Wülfrath-Aprath (S9 – 15 min)

Anreise + Parkmöglichkeiten

P+R Parkplatz Wülfrath-Aprath (ca. 17 min von W-Hbf)

Zusammenfassung der Wanderung


Jahresausklang 2018. Und für uns passend an dem Ort, an dem wir in diesem Jahr unsere erste Wanderung absolviert haben. Kreise schließen sich immer. Vom S-Bahnhof Wülfrath geht es los auf eine abwechslungsreiche Runde entlang niederbergischer Geschichte und immer unter dem Einfluss der Düssel.

„Wülfrath ist eine mittlere kreisangehörige Stadt im Kreis Mettmann und das kleinste Mittelzentrum im Niederbergischen Land.“ (Wülfrath)

  • Schwierigkeitsgrad: Einfach
  • Typ: Rundwanderung
  • Highlights: Kaiser-Wilhelm-Denkmal, Schloss Aprath, Aprather Mühle, Düssel (Fluss und Ort)
  • Einkehrmöglichkeiten: verschiedene in Düssel (Wasserburg, Kutscherstuben Wülfrath, …)
  • Kurzbeschreibung: Einfache Wanderung mit seichten Auf- und Abs, die aber jeweils mit dem Erreichen von besonderen Punkten entlang der Strecke verbunden sind. Bis auf vereinzelte Stellen gut ausgebaute Wege durch kleine Wäldchen und entlang weiter Feldfluren

Komoot Wanderdetails


Beschreibung der Wanderung

Und schon ist das Jahr 2018 zu Ende. Viel ist passiert und viel sind wir gewandert – alleine, zu zweit, mit Snooker und dieses Jahr zum ersten Mal in größeren Gruppen. Mir hat es in diesem Jahr sehr viel Spaß gemacht und wenn ich der ein oder anderen Rückmeldung vertrauen darf, auch dir/ euch :). Wer nachgucken will, wo wir überall waren, kann dies gerne tun, denn im Stadtgebiet Wuppertal und drum herum waren wir ganz schön umtriebig. Von Elberfeld nach Beyenburg mit leckerem Eis, die Bergbaugeschichte rund um Obersprockhövel und die Umrundung des Burgholz mit anschließenden Waffel-/ Kuchen-Verköstigung – genug zum schlemmen gab’s anscheinend.

Zum Jahresausklang 2018 hatten sich dann noch einmal vierzehn Wanderer und ein Hund bei Nebel und useligem Temperaturen am S-Bahnhof Wülfrath-Aprath versammelt. Die Anreise ist problemlos per S-Bahn (S9) von Wuppertal Hbf möglich, wer es komfortabel mag (so wie alle bei dem Wetter) reist mit dem eigenen PKW an und kann es auf dem P+R abstellen. Dann ging es los und bereits nach kurzer Zeit hatte uns der Nebel sowie alle umgebenden Geräusche verschluckt. Eine mystische Atmosphäre und wenn man erstmal aufgebrochen ist auch gar nicht mehr so schlimm.

Der Nebel des Grauens

Schon bald erreichten wir das Gut Steinberg und damit eines der ältesten massiven Steinbauten Wuppertals. Damit verbunden ist ebenfalls eine lange Geschichte. Nachdem der letzte Träger des Namens „Steinberg im Jahr 1743 verstorben war, ist das Gut durch die Heirat seiner Witwe Clara Steinberg mit Wilhelms Oetelshofen mit dieser Familie verbunden. Ihr Sohn Anton Oetelshofen und seine Frau Maria Margarete Hinüber kauften das Gut und errichteten das Haus 1790. An der Fassade findet man die Buchstabenfolge A OE H M M H, die auf die Initialen der Erbauer verweisen. Der neben dem Gut liegende Teich war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein beliebtes Ausflugsziel (Sommer: Gondelteich | Winter: Schlittschuh laufen).

Nachdem wir den ersten Hof passieren, taucht – wie um den Kontrast Land – Stadt zu unterstreichen – die Autobahnbrücke der A535 zwischen Wuppertal und Velbert auf. Interessant ist es, dass wir direkt entlang der Brücke über einen Feldweg bis auf die Höhe der Brücke aufsteigen und uns dann umso mehr bewusst wird, je weiter wir uns wieder von der Brücke entfernen, wie toll die Ruhe doch ist. Auf dem Weg tauchen auch immer wieder tolle Fotomotive auf, die von unserem Fotografen immer wieder klasse eingefangen werden.

Unsere nächsten Ziele, das Kaiser-Wilhelm-Denkmal und das Schloss Aprath, laden dann zum entdecken und kurzen Pausen ein. Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal wurde am 5. Juli 1890 in Zeiten des steigenden Patriotismus in Deutschland eingeweiht. In Auftrag gegeben wurde es von Karl Rumpf, dem damaligen Besitzer von Schloss Aprath und Landtagsabgeordneter, mit dem Ziel den Kaiser und die Kriegsvereine zu ehren.

Weiter geht es für ein kurzes Stück entlang der Landstraße bis wir diese nach einem flotten Kilometer links verlassen und wieder auf schmalen Feldwegen wanderten. Und verschlungen vom Nebel geht es nun für ein kurzes Stück auf dem Bergischen Weg und dem Neanderlandsteig entlang. Der Bergische Weg ist ein 260 km lange Weg vom Baldeneysee in Essen nach Süden zum Drachenfels bei Königswinter. Der Neanderlandsteig windet sich dagegen in 240 Kilometern durch Leverkusen, Ratingen und Hattingen. Soweit geht es für uns heute nicht, dafür einige Höhenmeter nach oben durch eine geheimnisvolle, da undurchdringbare Landschaft.

Und als Belohnung für den Anstieg ging es danach direkt wieder bergab, über kleine Feldwege und entlang von Schafen und kleinen Höfen. Abgelegen und idyllisch. Und plötzlich erreichen wir zum ersten Mal die Düssel und wandern entlang ihres durch den Regen gefüllten Flussbettes. Die Düssel, mündet in insgesamt 4 Flussarmen im Rhein, entspringt in Wülfrath-Blomdraht und ist gleichzeitig noch Namensgeber für den Ort Düssel, der noch auf dem weiteren Weg liegt und die Landeshauptstadt NRWs, Düsseldorf. Nicht schlecht für einen 40 Kilometer langen Fluss.

Kurze Zeit später erreichen wir den Aprather Mühle, wo ersichtlich die Bedeutung des fließenden Wassers für die Menschen sichtbar wird. Zwar wird hier nicht die Düssel, sondern ihr Nebenfluss, der Brucher Bach, zusammengestaut, dennoch trieb dieses Wasser schon in früheren Zeiten die Mühlsteine an. Erstmalig erwähnt wurde die Aprather Mühle 1504, als sie von Herzog Wilhelm III von Berg zur Bannmühle erklärt. Was sich erstmal negativ anhört, ist für den Müller und die Mühle positiv gewesen, denn alle Bauern in der Gegen mussten ihr Getreide hier malen lassen.

Nach einem weiteren Anstieg und einem sehr schönen Waldweg erreichten wir dann endlich das eigentliche Highlight dieser Tour – der Blick auf Düssel. Düssel ist ein Ortsteil von Wülfrath und ist im Jahre 1065 zum ersten Mal in den Geschichtsbüchern aufgetaucht. Die Geschichtsträchtigkeit der Ortschaft erkennt man sicherlich auch an den markanten Kirchtürme der katholischen und evangelischen Kirche. Zu sehen gibt es auch noch Teile der alten Wasserburg Haus Düssel aus dem 12. Jahrhundert.

Und da das neue Jahr schon klopfend vor der Tür steht, hatten sich meine Eltern eine besondere Überraschung in Form von zwei Sektflaschen einfallen lassen. Und nachdem der jeweilige Wunschsekt verteilt war wurde auf ein besonderes Jahr mit besonders netten Leuten angestoßen. Prost 2019.

In Düssel gibt es mehrere Restaurants und Lokale, die zum verdienten Mittagessen oder erfrischendem Heißgetränk einladen. Und das bei schönen kleinen Ortskern. Damit war unser Rundweg auch schon fast zu Ende und wir spazierten am Ende gemütlich, entlang alter Fachwerkhäuser, zurück zum Bahnhof in Wülfrath-Aprath.

Danke an euch alle, die dieses Jahr mit mir unterwegs haben und die verborgenen Ecken unserer schönen Gegend erkundet haben. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht und freue mich, wenn ihr auch 2019 mit dabei seid.

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3 Comments
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Esther
1 Jahr zuvor

Der Beitrag gefällt mir sehr gut! Weiter so ?

Christian
1 Jahr zuvor

Vielen Dank an unseren Wanderführer für die Planung und Durchführung. Wie immer eine sehr schöne Wanderung mit vielen netten Leuten.

[…] ersten anderthalb Kilometer ging es auf dem selben Weg wie bei unserer Jahresabschlusstour an Silvester entlang, nur dass wir diesmal einen deutlich besseren Blick hatten. Nachdem wir diesmal die […]