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Hilfeladen – eine Kaffeerunde durchs Burgholz

8,7 Kilometer

2 Stunde und 44 Minuten

3,6 km/h

↗ 275 m ↘ 275 m

Niedrigster Punkt: 160 m

Höchster Punkt: 310 m

Anreise: Wuppertal Hbf – Cronenfeld (615 | 625 | 633) sowie Kaisergarten (CE 64 | 65)

Rückfahrt: Cronenfeld (615 | 625 | 633) sowie Kaisergarten (CE 64 | 65) – Wuppertal Hbf

Zusammenfassung der Wanderung


Bereits im letzten Jahr hatten wir im goldigen Spätherbst den Burgholz nördlich des Burgholzbaches – ausgehend von der Sambatrasse am Bahnhof Küllenhahn – erkundet (siehe Herbstwanderung rund ums Burgholz). Folgt man der Sambatrasse von dort aus in Richtung Cronenberg kommt man zuerst am Müllheizkraftwerk auf Korzert und dem unterhalb der Trasse liegenden Freibad Neuenhof vorbei, welche die Gegend prägen. Einige Schlenker der Trasse später, welche den östlichen Ausläufern des Burgholz folgt, erreicht man Cronenfeld, wo sich u.a. ein Wegweiser mit den Entfernungen zu den Wuppertaler Partnerstädten sowie seit Mitte 2018 der Hilfeladen befindet. Hier werden wir unsere Wanderung beginnen und haben anschließend noch die Möglichkeiten auf einen Kaffee und ein Stück Kuchen gemütlich zusammenzusitzen.

„Der Hilfeladen bietet Betreuung (z.B. Alltagsassistenz für Senioren), Beratung (z.B. psychologische Beratung, Coaching) und Fortbildung sowie Gitarrenunterricht für Jung und Alt“ (Hilfeladen)

  • Schwierigkeitsgrad: Mittel
  • Typ: Rundwanderung
  • Highlights: Wuppertaler Partnerstädte, Burgholzbach, Windrad Korzert, ehemaliges Freibad Hüttersbusch, Historischer Samba-Zug
  • Kurzbeschreibung: Kurze, aber durch das wellige Profil durchaus fordernde Wanderung, die durch das Wohngebiet Vonkeln zum Burgholzbach hinabführt. Diesem folgen wir bis kurz vor seine Mündung in die Wupper. Hier geht es dann wieder aufwärts zu den Randgebieten Cronenbergs, an denen wir entlangwandern und dabei einen Blick auf das ehemalige Freibad Hüttersbusch erhaschen können. Am Platz des Cronenberger SC vorbei geht es dann hinauf zur Sambatrasse, vor der historische Samba-Zug auf uns wartet. Über die Sambatrasse geht es dann zurück zum Hilfeladen.

Komoot Wanderdetails


Beschreibung der Wanderung

Eine Frühlingswanderung durchs Burgholz. In Kooperation mit dem Hilfeladen und mit freundlicher Unterstützung des Cronenberger Anzeiger versammelten sich am Sonntag, den 14.04.2018 knapp zwanzig neugiere Wanderer am Hilfeladen, um nach eine kurzen Begrüßung und dem Gruppenfoto durch Herrn Beckmann vom Cronenberger Anzeiger auf die knapp acht Kilometer lange Runde zu starten.

Das Foto vom Startpunkt markierte direkt auch das erste Highlight des Weges: der symbolische Wegweiser zu den acht Partnerstädten Wuppertals. Ein ähnlicher Wegweiser steht auf dem Rathausvorplatz in Barmen.

Städtepartnerschaften hatten vor allem nach dem zweiten Weltkrieg das Ziel, Austausch und Völkerverständigung von kommunaler Basis aus neu zu stärken. Dies förderte darüber hinaus die Integration Deutschland in die europäische Wertegemeinschaft nach dem Krieg. In gewisser Weise stellen ein Schüleraustausch, ein Auslandsstudium oder die vielen Weltreisen von jungen und alten Leuten die Fortsetzung dieser Städtepartnerschaften dar – nur dass dieser Austausch heute auf persönlicher Eben stattfindet und damit vielleicht sogar noch effektiver ist.

Wuppertals erste Städtepartnerschaft nach dem Krieg wurde 1951 mit der Städteregion South Tyneside im Nordosten Englands abgeschlossen. Dies war eine der ersten Städtepartnerschaften in Deutschland.

  • 1951: Wuppertals erste Städtepartnerschaft nach dem Krieg wurde 1951 mit der Städteregion South Tyneside im Nordosten Englands abgeschlossen. Dies war eine der ersten Städtepartnerschaften in Deutschland.
  • 1960: Abschluss der Städtepartnerschaft mit Saint-Etienne. Als Hommage an diese Städtepartnerschaft findet sich auch das St. Etienne-Ufer an der Wupper in der Nähe des Alten Markts.
  • 1964: Als Zeichen der Solidarität mit West-Berlin schließt Wuppertal eine Städtepartnerschaft mit dem Berliner Stadtbezirk Tempelhof-Schöneberg ab.
  • 1977: Als erste deutsche Großstadt schließt Wuppertal eine Städtepartnerschaft mit einer israelischen Stadt – Beer Sheva – ab.
  • 1980: Auch beim Abschluss der Städtepartnerschaft mit der Stadt Košice geht Wuppertal neue Wege und schafft als erste westdeutsche Großstadt im durch den eisernen Vorhang getrennten Europa Vorbild für viele weitere Städtepartnerschaften zwischen Ost und West.
  • 1987: Ebenfalls aus Solidarität verbindet sich Wuppertal über die Städtepartnerschaft als erste Stadt in NRW mit einer DDR-Stadt – in diesem Fall Schwerin.
  • 1987: Auch außerhalb Europas hat Wuppertal eine Partnerstadt – in Nicaragua gibt es Beziehungen zur Stadt Matagalpa.
  • 1993: Die letzte Städtepartnerschaft wurde mit der Stadt Liegnitz in Polen abgeschlossen.
  • Darüber hinaus existieren freundschaftliche Beziehungen zu den Städten Jekaterinenburg und Engels in Russland, der Stadt Tabarka in Tunesien und den Städten Xinxiang und Dongguan in China.

Interessant, welche Freundschaften zu anderen Städten pflegt. Und wenn jeder für sich überlegt, hat man bestimmt auch einige persönliche Städtepartnerschaften durch Freunde und auf Reisen getroffene Kontakte in Deutschland und rund um den Globus. Und diese Vernetzung und das gegenseitige Verständnis ist das beste Mittel gegen Abschottung und Ablehnung.

Auch unsere Wandertruppe ist heute eine bunte Mischung aus jung und alt. Während das jüngste Mitglied im Kinderwagen entspannt die Strecke genießen kann, zeigt sich die älteste Wanderin mit 80 Jahren am besten ausgerüstet und unglaublich fit, so dass Sie der restlichen Gruppe als Vorbild fürs Alter dienen kann. So durchmischt ergaben sich auf der ganzen Wanderung interessante Gesprächsthemen und ein reger Austausch zwischen den Teilnehmern.

Durch den Cronenberger Ortsteil Vonkeln ging es dann hinab zum Burgholzbach, der auf seinen dreieinhalb Kilometern von der Quelle unterhalb des Freibads Neuenhof bis zur Wupper 160 Höhenmeter hinter sich lässt. Entlang des Burgholzbach finden sich immer noch Überreste der Stauteiche der Hämmer und Kotten.

Für uns ging es erst einmal wieder ein Stückchen hinauf, so dass wir oberhalb des Baches schöne Aussichten genießen und das Zwitschern der Vögel vernehmen können. Auf der gegenüberliegenden Talseite, unterhalb der Müllverbrennungsanlage, befindet sich die einzigen Windkraftanlage in Wuppertal. Die 2002 erbaute, nach heutigen Verhältnissen, kleine Anlage auf Korzert, kann mit den erzeugten 500.000 kWh Strom pro Jahr ungefähr 125 Haushalte versorgen (bei 4.000 kWh/a). Aktuell wird der Strom der Anlage über den Tal.Markt der WSW angeboten. Einen entsprechenden Bericht gibt es in der Cronenberger Woche.

Immer wieder durch kleiner Erholungs- und Trinkpausen unterbrochen, die aber auch Zeit zum Betrachten der Umgebung und zum Austausch über historische Geschichten aus Cronenberg gab, ging es entlang des Burgholzbaches – bis wir auf einmal abrupt stehen blieben und über einen großen Vogel im Bachbett staunten. Vor allem sein schwarz, metallisch glänzendes Federkleid, der leuchtend rote Schnabel und Beine und die enorme Flügelspanne, als sich der Schwarzstorch schlussendlich davon machte, ließen alle beeindruckt zurück.

Suchbild – wo ist der Schwarzstorch?

Kurze Zeit später hieß es dann Abschied und den ersten steileren Anstieg in Angriff nehmen.

Nachdem diese erste Herausforderung gemeistert war, ging es auf einem unglaublich schönen Waldweg am Hang entlang. Diese Weg, von der Stille des Waldes umfangen, liegt zwar in Wuppertal, könnte aber auch in jeder anderen Urlaubsregion angesiedelt sein.

Wunderschöner Waldweg

Über schöne Waldwege, mal auf, mal ab, gelangte die Wandertruppe etwas später zum ehemaligen Freibad Hüttersbusch. Was von weitem aussieht wie ein verlassenes Gelände, entpuppt sich bei nähere Betrachtung als ein Hunde Paradies. Nachdem der Badebetrieb in den 90ern (natürlich auf Grund von Geldmangel) eingestellt und das Bad 2002 geschlossen werden musste, nutzt heute eine Hunde-Kita das knapp 12.000 m² große Gelände – und statt freudigen Kinden schwimmen Karpfen und Barsche in den Becken.

Die Geschichte des Freibad Hüttersbusch geht zurück bis in die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts. Als eine Art Arbeitsbeschaffungsmaßnahme wurde 1932 das Becken ausgegraben. Gefüllt mit Regenwasser muss es ziemlich schlammig gewesen sein. 1945 wurde das Becken dann um einen Boden und ein Sprungbrett erweitert, so dass es erstmals die Form eines wirklichen Freibades annahm. Hüttersbusch war auch bekannt für seine Feiern in und um das Bad – so soll es wohl zum Beispiel zu legendären Dschungel-Parties gekommen sein. 50 Jahre nach dem sprichwörtlichen ersten Spatenstich fand 1982 dann eine große Feier inklusive Wasserballet und einer Schiffsmodellregatta im Becken statt, bevor ein Jahrzent später all dies mit der Einstellung des Badebetriebs ein jähes Ende nahm. Nun erinnern nur noch die alten Becken und eine zerteilte Rutsche an den Badespaß, den die Wuppertaler hier bis Anfang der 90er genießen konnten. Aber durch die Hunde-Kita wird dieses Gelände wenigstens sinnvoll weitergenutzt.

Oberhalb des Freibades folgen wir wieder einmal einem tollen Waldweg, über Wurzeln hinweg und unter den Weg überspannenden Bäumen hindurch bis zum Sportplatz des Cronenberger SC. Die letzten Meter hinauf zur Straße sind noch einmal anstrengend, aber mittlerweile lockt die Aussicht auf Waffeln und mobilisiert die letzten Energiereserven. Wir überqueren anschließend noch die Straße zur Sambatrasse, wo wir auf den historischen Samba-Zug treffen. Während die jüngere Generation altersbedingt gar keine Vorstellung mehr hat, wie die Samba (auf Grund des heftigen Schaukelns der Wagen in den Kurven wurde die Burgholzbahn liebevoll Samba genannt) die knapp zehn Kilometer lange Strecke von Elberfeld nach Croneberg zurücklegte, leuchteten bei einigen anderen Teilnehmern die Augen bei der Erinnerung an die Fahrt mit der Samba. Die Trasse wurde 1891 erbaut auf Grund der florierenden Werkzeugindustrie und brauchte Rohstoffe und Kohle auf die Höhen und fertige (Werkzeug-) Erzeugnisse ins Tal. Die 140 Höhenmeter können heute laufend, wandernd und fahrradfahrend auf einer wunderschönen Strecke zurückgelegt werden.

Waffeln? Genau! Die letzten Meter über die Sambatrasse geraten zum austrudeln und kurze Zeit später erreichte die Gruppe erschöpft und glücklich den Hilfeladen, wo durch die Unterstützung einiger älterer Damen, welche des öfteren im Hilfeladen zum gemeinsamen Treffen zusammenkommen, die ersten Waffeln bereits fertig und verlockend duftend aus den Waffeleisen kamen. Versehen mit Milchreis und heißen Kirschen wurde dieser schöne Nachmittag gemeinsam gemütlich abgeschlossen.

Ab zu den Waffeln

Eine tolle Runde mit netten Leuten und dem krönenden Waffel-Abschluss – die wir auf Grund der vielen positiven Rückmeldungen bestimmt wiederholen werden.

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